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Gutes aus der Kiste

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Gutes aus der Kiste


Die Kiste ist ein Objekt auf das heute kaum jemand einen Gedanken verschwendet, wahrscheinlich gerade weil uns Kisten im Alltag ständig und überall begegnen. Es redet ja auch keiner ständig über den Boden unter unseren Füßen. Dabei gab es auch mal eine Zeit ohne – also ohne Kisten und Kästen. Eine dunkle Zeit, in der man die Dinge, die man so zum Leben brauchte in Leder gewickelt durch die Gegend geschleppt hat. Damals war es unmöglich auf diese Weise größere Mengen an zerbrechlichen Gegenständen zu transportieren, wollte man nicht jeden einzeln einwickeln.

In dieser Hinsicht korrespondiert die Erfindung des Rades, also des Wagens mit der Verbreitung der Kiste. Schließlich ist der Wagen nichts anderes als eine Kiste mit Rädern. (Siehe Autofahrerjargon: Kiste als liebevolle Bezeichnung für Schrottmühle.)

Als unschätzbar wertvoll erweist sich die Kiste bis heute für den Transport von Spirituosen und zeigt damit, dass sie vor allem ein Kommunikationsmedium ist und nicht einfach nur ein Transportmittel. Den fahrenden Wein- und Methändlern vergangener Tage bot der Kasten noch einen weiteren Vorteil, denn ohne viel Aufwand konnte man mit Hilfe der Kisten seine Ware auf den Marktplatz offen präsentieren.

Wie praktisch die Kiste für den allgemeinen Warenaustausch war zeigt sich in der Verwendung der Kiste als mehr oder weniger genaue Maßeinheit. Man kauft eben nicht 10 Liter Bier, sondern einen Kasten, man kauft auch nicht 121 Bananen, sondern eine Kiste (bei kleineren Mengen nennt man es zwar Schale, aber die „Schale“ ähnelt dann doch mehr einer kleinen Kiste). Im Übrigen müssen Kisten nicht zwangsweise Quadratisch sein. Auch Haarspaltereien über die Unterschiede zwischen Kisten, Kasten und Schachtel seien hier einmal bei Seite gelassen. (Schachteln sind nicht immer klein, man denke an die Hutschachtel aber meist sind sie weniger massiv, runde Betten haben oft auch einen entsprechenden Bettkasten usw.)

Heute ist Beziehung der Menschen zu Kisten sehr vielfältig. Einer Umzugskiste steht man in der Regel skeptisch bis ablehnend gegenüber; im Werkzeugkasten befindet sich nie das, was man gerade sucht; die Kisten in den Bestattungsunternehmen erzeugen bei manchen Faszination und bei regen Verdrängungsmechanismen an; eine Kiste Bier kann so ziemlich alle Gefühle abdecken, angefangen bei der Vorfreude bis hin zu Schuldgefühlen.

Eine Geschenkkiste allerdings ist fast immer etwas gutes. In dieser Funktion werden Kisten meist für kulinarische Präsente benutzt, zum Beispiel als Weinkiste oder als Transportraum für Esspakete. Die Kiste schützt nicht nur den Inhalt, sie ist oft auch schon Teil des Geschenks, in deren Design sich Hinweise auf Inhalt und Qualität wiederfinden.

Auf dem Tisch wird vor allem Brot und Gebäck in einer kleinen Kiste, oft aus Korb, präsentiert. Nach oben offen lädt sie die Menschen dazu ein, zu zugreifen und sich gemeinsam etwas zu teilen. Geschlossene Kisten sind oft geheimnisvoll anziehend und verbergen Exklusives. Ein einfaches Experiment: Einfach eine geschlossene Kiste, vielleicht eine Schuhschachtel den Kollegen oder der Familie vor die Nase stellen und das ist ein Versprechen: Jeder wird früher oder später hineinschauen.